Der Garten im Mai

Für alle Hobbygärtner und Pflanzenliebhaber ist der Mai ein ganz besonderer Monat. Es wird gepflanzt, gebuddelt und gearbeitet, jedoch auch viel beobachtet, denn fast täglich kann man Neues entdecken. Die Eisheiligen sind dieses Jahr ausgefallen – oder waren einfach früher. Wenn ich mir alte Bilder auf meinem Handy ansehe, hat die Natur im Vergleich zu früheren Jahren ein wenig Vorsprung. Heuer sind die Tulpen bereits verblüht. 2021 war im Mai das Blumenbeet noch kunterbunt mit Tulpen.

 

Dieses Jahr habe ich mich beim Einkauf der Sommerpflanzen stark zurückgehalten. Ich werde nicht jünger und das tägliche Gießkannen schleppen wird immer anstrengender. Meine Tochter meinte allerdings, es sind nicht weniger als die letzten Jahre. KapkörbchenCosmea, Petunien, Fuchsien, Zauberschnee, Ziersalbei und Zinnien habe ich mir beim Gärtner geholt, sie gehören alle zu meinen Lieblings-Sommerblüher.

 

 

Der Mai hat das Wachstum und die Blüte der Pflanzen stark vorangetrieben und jetzt ist die Zeit zum Pflegen. Bleibt der Regen aus, ist es besonders wichtig, die Beet- und Topfpflanzen zu gießen. Langfristiger Wassermangel gefährdet bei Nutzpflanzen den Ertrag und bei den Zierpflanzen ist die Blühkraft stark gefährdet. An heißen Tagen sollte man am besten am frühen Morgen oder spät Abends wässern. Die richtige Bewässerung unterstützt die Pflanzen beim Wachsen und hilft zudem Wasser zu sparen. Ich gieße lieber seltener, dafür aber kräftig und ausgiebig. Kurze Regenfälle ersetzen oft das Giessen nicht, da die Menge nicht ausreicht, um ins Erdreich einzudringen. Kübelpflanzen brauchen häufiger Wasser als Pflanzen, die im Beet wachsen und Regenwasser, das ich in insgesamt 4 Behälter auffange ist perfekt, gerade für kalkempfindliche Pflanzen. Gerade bei uns ist der Härtegrad des Leitungswassers sehr hoch.

 

Viele Sträucher und Bäume haben Ende Mai ihre Blüte hinter sich und leider ist der schöne Flieder verblüht und wird nun geschnitten. Dabei werden alle verwelkten, brauen Blütenstände herausgebrochen. Dabei dürfen die neuen Blatttriebe nicht beschädigt werden, an ihren Enden bilden sich die Knospen für die nächstjährige Blüte. Auch die verwelkten Blütenreste vom Rhododendron müssen entfernt werden. So verhindert man die Samenbildung, die dem Strauch nur unnötige Kraft rauben würde. Danach freut sich der Rhododendron über eine Dünge-Zufuhr.

Auch im Nutzgarten ist einiges zu tun und die Hochbeete wurden nach den Eisheiligen bepflanzt. Dieses Jahr habe ich außer Ochsenherzen- und Cocktailtomaten auch schwarze Tomatenstauden gesetzt. Die Bezeichnung „schwarz“ ist genau genommen nicht ganz richtig, sie sind meist violett bis dunkelbraun und auch das Fruchtfleisch ist dunkler als bei „normalen“ Tomaten. Bin schon sehr gespannt, ob der Geschmack wirklich so einzigartig ist, wie mir mein Nachbar erzählt hat. Ansonsten bin ich beim Gemüse bei Sorten wie Paprika, Gurken, Karotten, Zucchini und Kohlrabi geblieben, die wir gerne essen. Warum soll ich Auberginen pflanzen, wenn sie keiner aus der Familie, außer mir mag. Sehr wichtig für mich sind Kräuter und die Klassiker wie Schnittlauch, Petersilie und Basilikum dürfen nicht fehlen. Dazu kommen Rosmarin, Salbei, Thymian, Minze, Estragon und ich freue mich schon meine Gerichte mit frischen Kräutern zu verfeinern.

Einen Garten zu haben ist ein Stück Lebensqualität und hält fit, nur sollte man das „Genießen“ nicht vergessen und sooft es geht den Liegestuhl benutzen.