Bei meinem letzten Einkauf im Baumarkt stand auf meiner Liste große Müllsäcke, Blumenerde und ein Möbelreiniger, den es leider nur dort gibt. Wie immer musste ein kleiner Abstecher in die Pflanzen- und Gartenabteilung sein – was kein guter Plan war, den hinterher war der Kofferraum voll.
Zu Hause habe ich mich im Internet über eine Pflanze, den Fingerhut (Digitalis) informiert und musste lesen, dass diese Pflanze wohl zwei Gesichter hat. Zum einen präsentiert sich die Blume mit auffälligen und wunderschönen Blüten, zum anderen gilt sie als hochgiftig. Sogar von einer tödlichen Schönheit konnte ich lesen. Leider gab es im Baumarkt keinen Hinweis und auch der Verkäufer gab keine Warnung aus. Das Einzige, was hilft, ist Handschuhe zu tragen oder eine gründliche Wäsche der Hände, sobald man mit der Pflanze in Berührung kommt und den Topf so platzieren, dass unsere Hündin nicht ran kommt.
Der Fingerhut ist eine wunderschöne und dekorative Pflanze, die von Juni bis August blüht. Besonders beliebt ist der Fingerhut bei Hummeln, von Schnecken bleibt er dagegen verschont. Die Pflanze gedeiht am besten im Halbschatten, fühlt sich aber auch an einem sonnigen Standort wohl, wobei direkte Mittagssonne vermieden werden soll. Der Boden sollte nährstoffreich, locker und immer leicht feucht sein. Der Fingerhut kann sowohl im Beet als auch im Kübel gepflanzt werden. Das Pflanzgefäß sollte aber in jedem Fall groß genug sein und auch eine ausreichende Höhe haben, denn der Fingerhut bildete eine Pfahlwurzel aus. Gegossen wird mäßig, aber regelmäßig besonders an sehr heißen Tagen.
Nach der ersten Blüte schneidet man den verwelkten Blütenstand bodennah ab. Das regt den Fingerhut manchmal dazu an, eine zweite, aber kleinere Blüte im Herbst zu bilden. Der Fingerhut ist winterhart und übersteht die kalte Jahreszeit im Beet problemlos. Wird die Pflanze im Kübel gepflanzt, ist ein Winterschutz auf jeden Fall ratsam..